Das gemeinsame Kinderzimmer

Das gemeinsame Kinderzimmer

Nicht jede Familie hat die räumlichen Möglichkeiten, um jedem Kind ein eigenes Kinderzimmer zur Verfügung zu stellen. Müssen sich zwei Kinder ein Zimmer teilen, kann es jedoch oft zu Streitigkeiten, vor allem um die Besitzverhältnisse, kommen. Bei kleineren Kindern mag das gemeinsame Zimmer noch gut funktionieren, je größer der Nachwuchs jedoch wird, desto stärker ist auch der Wunsch nach Privatsphäre. Wie können Kinderzimmer gestaltet werden, damit es nicht zum Streit kommt und was sind Lösungen, damit auch ältere Kinder in einem gemeinsamen Zimmer ihre jeweilige Privatsphäre nicht missen müssen?

Ist es ungewöhnlich, dass zwei Kinder sich ein Zimmer teilen?

Es bleibt nicht aus, dass sich Kinder häufig ein Zimmer teilen müssen. Dies geschieht in aller Regel aus Platzmangel. Sind genügend Räumlichkeiten vorhanden, hat meist jedes Kind sein eigenes Zimmer, es sei denn, es ist der ausdrückliche Wunsch der Kinder, sich ein Zimmer zu teilen. Dies ist häufig bei Zwillingen der Fall. Rein statistisch gesehen, leben in Mietwohnungen mehr Kinder gemeinsam in einem Zimmer, als in Häusern, da in Letzteren schlichtweg mehr Platz zur Verfügung steht.

Spielen Alter und Altersunterschied eine Rolle?

Wie gut Kinder gemeinsam in einem Kinderzimmer miteinander auskommen, hat viel mit ihrem Alter und dem Altersabstand zueinander zu tun. Auch die persönliche Entwicklung spielt eine Rolle. So empfehlen Experten, Geschwister im Alter von einem Jahr bis zur Vorschule in einem gemeinsamen Zimmer unterzubringen. Vorraussetzung ist allerdings, dass der Altersunterschied der Kinder zwischen zwei und vier Jahren liegt. Ist der Altersunterschied größer, gehen die Interessen zu weit auseinander und die Kinder befinden sich in sehr verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung. Ständiger Streit ist in diesem Fall vorprogrammiert. Ist der Altersunterschied gering, kann ein gemeinsames Zimmer für die Kinder sogar förderlich sein. So können Kinder, die sich ein Zimmer teilen, sich gegenseitig in ihrer Entwicklung fördern. Sie lernen Konflikte auszutragen, messen sich aneinander und haben zudem immer einen Spielgefährten im eigenen Zimmer. Den meisten Kindern fällt es in diesem Alter zudem leichter einzuschlafen, wenn sie nicht allein im Zimmer sind. Ob es sich um zwei Brüder, zwei Schwestern oder Bruder und Schwester handelt, ist in dieser Phase der Entwicklung meist unerheblich.

Ab wann sind getrennte Zimmer nötig?

Je älter die Kinder werden, desto größer ist ihr Wunsch nach Privatsphäre. Spätestens, wenn sie anfangen ihre eigene Sexualität zu entdecken, sind getrennte Zimmer also sehr ratsam, damit es nicht zu ständigen Konflikten kommt und die Heranwachsenden sich in ihrer persönlichen Entwicklung gestört fühlen. Auch früher kann es zu häufigeren Konflikten kommen, etwa, weil die Kinder sich in ihrer Persönlichkeit sehr voneinander unterscheiden. Die Zimmergröße spielt hier auch eine wichtige Rolle. Je größer das Zimmer ist, desto besser. Mindestens 14 Quadratmeter sollte der Raum aufweisen, wenn ihn sich zwei Kinder teilen. Zudem sollten bei Schulkindern die Schreibtische nicht beide im Kinderzimmer Platz finden. Ist dies der Fall, lenken sich die Geschwister häufig gegenseitig von den Hausaufgaben ab. Ein Schreibtisch im Kinderzimmer und einer im Wohnzimmer sind eine adäquate Lösung.

Wie können in einem gemeinsamen Zimmer individuelle Bereiche geschaffen werden?

Damit es nicht zu Streitereien kommt, was dem einen und was dem anderen gehört, ist es essentiell, dass Kinder, die sich ein Zimmer teilen, von Anfang an ihren eigenen Bereich im Zimmer haben. Anfangs bietet es sich an, die beiden Bereiche farblich voneinander abzugrenzen. So kann sich jedes Kind seine Lieblingsfarbe aussuchen, das Zimmer wird in zwei gleichgroße Bereiche aufgeteilt und der jeweilige Bereich der Kinder wird in dem entsprechenden Farbton gestaltet. Jedes Kind hat sein Bett in seinem Bereich und auch all seine Habseligkeiten finden beim Aufräumen dort Platz. In der Mitte des Raumes ist eine freie Fläche zum gemeinsamen Spielen und Toben. Zusätzlich können halbhohe Regale eine klare Raumteilung unterstreichen. Auch Bilder oder Muster können zur Orientierung dienen. Wünschen sich die Kinder später dann mehr Privatsphäre, kann ein hohes Regal als Raumtrenner fungieren oder das Hochbett der Kinder wird als Raumteiler genutzt und jeweils eine Seite wird mit einer Wand aus Pressspan oder auch Vorhängen verhängt. In diesem Fall ist die Größe des Kinderzimmers ausschlaggebend. Nur ein Zimmer mit einer gewissen Größe erlaubt es, solch einen wuchtigen Raumtrenner zur Sicherung der Privatsphäre einzusetzen.

Ebenso ist es möglich, eine ganze Wand durch das Kinderzimmer zu ziehen und so aus einem Zimmer, zwei kleine Räume zu machen. Dies wiederum geht allerdings auch nur dann, wenn das Zimmer groß genug ist und beide Zimmer anschließend über ein Fenster und eventuell auch einen separaten Eingang verfügen. Andernfalls muss das eine Kind immer durch das Zimmer des anderen laufen, was wiederum Streit provozieren kann.

Bildquelle: © evgenyatamanenko - Fotolia.com 


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